Gebäudearmaturenhersteller 2018 leicht über Null

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Technische Gebäudearmaturen punkten - Frankreich bleibt Exportmarkt Nr. 1 - Keine großen Erwartungen an 2019

Umsatz

Das Jahr 2018 brachte der deutschen Gebäudearmaturenindustrie insgesamt nur ein mageres Umsatzwachstum von 1 Prozent. Damit wiederholte sich das Ergebnis des Vorjahres. Gründe für das Ergebnis lagen vor allen Dingen in der schwachen Nachfrage nach Heizungsarmaturen und den fehlenden Wachstumsimpulsen bei Sanitärarmaturen. Allein die erfreuliche Nachfrageentwicklung bei technischen Gebäudearmaturen verhinderte ein negatives Ergebnis.

„Nachdem im ersten Halbjahr 2018 vor allem positive Impulse aus dem europäischen Ausland noch Hoffnung auf ein dynamischeres Wachstum weckten, schwand diese im weiteren Jahresverlauf durch gleichermaßen rückläufige Geschäfte im In- und Ausland“, erklärt Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des Fachverbandes Armaturen. Zum Jahresende schlug der Auslandsumsatz der Gebäudearmaturenhersteller mit plus 2 Prozent zu Buche, das Inlandsgeschäft schloss mit plus 1 Prozent.

Technische Gebäudearmaturen punkten
In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze unterdessen sehr unterschiedlich. Die Hersteller technischer Gebäudearmaturen konnten an die erfolgreiche Umsatzentwicklung des Vorjahres anknüpfen und steigerten ihren Gesamtumsatz um 6 Prozent (Inland +6, Ausland +7). Eine Fortsetzung der Entwicklung galt auch für die Hersteller von Heizungsarmaturen, allerdings in umgekehrter Richtung. Sie verloren weiter Umsatz in einer Größenordnung von 8 Prozent (Inland -9, Ausland -8). Der Euroraum erwies sich dabei mit einem Rückgang von 12 Prozent als besondere Achillesferse. Die Sanitärarmaturenindustrie entwickelte sich zwischen diesen beiden Polen auf Stagnationskurs. Hier zeigte der Euroraum zwar noch Interesse (+4), indes fehlten die Impulse im Inland und auf den außereuropäischen Märkten (-3).

Export

Frankreich, USA und China wichtigste Absatzmärkte

2018 stieg der Export deutscher Gebäudearmaturen um 5,7 Prozent auf insgesamt 3,22 Milliarden Euro. Die Liste der Top 10 Absatzländer wurde wie im Vorjahr von Frankreich angeführt. Die Lieferungen in das Nachbarland erreichten einen Wert von 300 Millionen Euro. Die Baugenehmigungen gingen dort im 2. Halbjahr 2018 leicht zurück, aber das Wohnungsbaugesetz (Loi Elan) sollte dem Sektor wieder Schwung verleihen.
 
Die USA belegte den zweiten Platz der wichtigsten Exportmärkte und hat sich damit gegenüber 2017 um einen Platz verbessert. Das Geschäft der deutschen Gebäudearmaturenindustrie wuchs um fast 15 Prozent auf 259,3 Millionen Euro. Dabei stagnierte der amerikanische Wohnungsmarkt zwar, der Baubeginn vieler Mehrfamilienhäuser entfachte im Hochbau aber noch Nachfrageimpulse.

China folgte den USA auf dem dritten Platz. Dabei verzeichnete der Export allerdings einen Rückgang von etwas mehr als 6 Prozent auf 254,3 Millionen Euro. Die chinesische Bauwirtschaft setzte die Boom-Phase 2018 fort, aber auch die Preise für Wohnraum in den Städten der zweiten und dritten Reihe explodierten. Als Folge dessen ging die Zahl der Wohnungsverkäufe in vielen Städten zurück.

Bevorstehender Brexit hinterlässt bereits Spuren

Während die Lieferungen in andere wichtige Absatzmärkte mehr oder weniger auf Vorjahresniveau lagen, erwies sich das Auslandsgeschäft mit Großbritannien - vermutlich gerade wegen des bevorstehenden Brexits – als außerordentlich lebhaft. Das Geschäftsvolumen der deutschen Gebäudearmaturenindustrie stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 216,4 Millionen Euro. Nochmal eindecken, bzw. Lager füllen lautete wohl die Devise, denn mit der Entwicklung des britischen Wohnungsbaus (+0,5 Prozent) war der Hype nicht zu erklären.

(Die Grafik finden Sie als *.jpg unten im Downloadbereich)

Prognose 2019

Branche ohne Wachstumserwartungen

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland und der Eurozone schwächt sich ab. Das außenwirtschaftliche Klima ist rauer geworden. Die hohe Kapazitäts-auslastung und günstige Finanzierungsbedingungen stimulieren zwar die Investitionsbereitschaft, doch die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten verstärken gleichzeitig Vorsicht. Der US-Handelsstreit, die unklaren Modalitäten für den bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens sowie die hohe Staatsverschuldung Italiens sind Unwägbarkeiten, die die Branche umtreiben.

EUROCONSTRUCT geht bis 2020 von einer deutlichen Abschwächung der Baukonjunktur aus. In Deutschland wird die Errichtung von Wohnungen in neuen Mehrfamiliengebäuden demnächst wohl an eine »natürliche« Grenze kommen. Fachkräftemangel, die hohe Auslastung des Handwerks sowie vielerorts kaum noch verfügbare Bauflächen bremsen das Wachstum. „Wir gehen davon aus, dass sich 2019 für unsere Gebäudearmaturenhersteller zu einem Jahr der Genügsamkeit entwickeln wird, soll heißen zu einem Jahr mit Umsatz auf Vorjahresniveau“, prognostiziert Wolfgang Burchard.

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