Widersprüchliche Trends am Weltenergiemarkt

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Der aktuelle World Energy Outlook hebt die zur Zeit sehr unterschiedlichen Trends und Widersprüche am globalen Energiemarkt hervor.

Der World Energy Outlook 2019, die Leitveröffentlichung der Internationalen Energieagentur, beschreibt globale Energietrends sowie deren mögliche Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage, CO2-Emissionen, Luftverschmutzung und Energiezugang.

Mit unterschiedlichen Szenarien werden mögliche Entwicklung der Energiewirtschaft aufgezeigt. In allen Fällen werden die Regierungen einen entscheidenden Einfluss auf die Richtung des zukünftigen Energiesystems nehmen.

Den Weg, auf dem sich die Welt gerade befindet, wird im Current Policies Scenario dargelegt. Es wird ein grundlegendes Bild davon vermittelt, wie sich globale Energiesysteme entwickeln würden, wenn die Regierungen an ihrer bestehenden Politik festhielten. In diesem Szenario steigt die Energienachfrage bis 2040 um 1,3% pro Jahr, was zu weiteren Spannungen in allen Energiemärkten und einem anhaltend starken Aufwärtstrend der energiebedingten Emissionen führt.

In dem Stated Policies Scenario werden die aktuellen Politikabsichten mitberücksichtigt. Demnach steigt der Energieverbrauch bis 2040 trotzdem um 1 Prozent pro Jahr. Über die Hälfte des Wachstums wird durch CO2-arme Energiequellen gedeckt, wie Photovoltaik, ein weiteres Dritte durch Erdgas. Die Ölnachfrage flacht demnach in den 2030er Jahren ab und der Kohleverbrauch sinkt. Die Dynamik der sauberen Energietechnologien reicht in dem Szenario aber nicht aus, um die Auswirkungen einer expandierenden Weltwirtschaft und wachsender Bevölkerung auszugleichen.

Das Sustainable Development Scenario zeigt, was verändert werden muss, um die Klima- und andere Energieziele, die sich politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt gesetzt haben, vollständig zu erreichen. Es basiert auf den Zielen der Pariser Klimaschutzabkommens, den Anstieg der globalen Temperaturen auf deutlich unter 2°C zu begrenzen und die Bemühungen um eine Begrenzung auf 1,5°C fortzusetzen. Um dies zu erreichen, bedarf es schneller und weitreichender Veränderungen in allen Teilen des Energiesystems. Dank mehrerer Brennstoffe und Technologien, die effiziente und kostengünstige Energiedienstleistungen für alle bieten, werden drastische Emissionssenkungen erreicht.

Versorgungssicherheit bleibt oberstes Gebot

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur machen die Angriffe auf Saudi-Arabien im September 2019 deutlich, dass klassische Energieversorgungsrisiken nach wie vor bestehen. Neue Gefahren von Cyberangriffen bis Extremwettersituationen werden in den nächsten Jahren eine wachsende Rolle spielen. Beispielhaft ist fast ein Fünftel des im Jahr 2018 verzeichneten Anstiegs des weltweiten Energieverbrauchs auf höhere Sommertemperaturen sowie Kältewellen zurückzuführen.

USA überholen Russland

Der Boom der Schieferproduktion (Öl- und Gas) in den USA wird voraussichtlich länger andauern als erwartet und dadurch Weltmärkte, Handelsströme und Sicherheitsanforderungen weiter verändern. Schätzungen der vorhandenen Reserven lassen vermuten, dass 2030 rund 85% des weltweiten Wachstums der Ölfördermengen auf die Vereinigten Staaten entfallen werden. Beim Öl dürfte der Anteil bei 30 % liegen. Die Internationale Energieagentur erwartet daher, dass schon 2025 die Schieferproduktion der USA (Öl und Gas) das der gesamten Öl- und Gasförderung Russlands übertreffen wird. Durch die höhere US-Förderung sinkt bereits jetzt der Anteil der OPEC-Länder und Russlands an der weltweiten Ölförderung.

Wesentliche Ergebnisse des World Energy Outlooks finden Sie hier zum Download.

Quelle: https://webstore.iea.org/world-energy-outlook-2019

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