Gebr. Kemper GmbH + Co. KG

Kemper

Wie werden wir es schaffen, junge Menschen wieder für ein fantastisches Handwerk zu begeistern?

Kemper

Achim Maiworm
Prokurist – Gesamtleiter Vertrieb/Marketing Gebr. Kemper GmbH + Co. KG sowie Geschäftsführer des Haustechnik Software-Unternehmens Dendrit.

Die Gebr. Kemper GmbH + Co. KG gilt in ihrem Geschäftsbereich Gebäudetechnik als Spezialist für Trinkwasserhygiene.

Kemper beschäftigt ca. 900 Mitarbeiter weltweit, davon 800 am Firmensitz in Olpe.

Kurz-Interview zur SHK Essen 2020 / VDMA Armaturen

Welche Erwartungen haben Sie an die SHK Essen 2020?

Achim Maiworm: Trotz der international schwächelnden Konjunktur erwarten wir auch im Jahre 2020 positive Signale von der SHK Essen. Unserer Erfahrungen der vergangenen Jahre waren in Essen durchaus positiv. Ein gelungener Mix aus Fachhandwerkern und Planern rundeten dieses Bild ab. Darüber hinaus sind wir der Ansicht, dass die regionalen Ausstellungen wie in Essen, Nürnberg und Hamburg eine wichtige Plattform zu der stark angestiegenen Anzahl der FGH-Ausstellungen darstellen. Den Klagen über zu hohe Kosten sollte man mit intelligenten und nicht überzogenen Messekonzepten entgegentreten. Dann macht Messe Spaß und Freude, in sehr kurzer Zeit sehr viele Menschen zu erreichen. Entsprechend unserer Erwartungshaltung und Erfahrungen sind wir sogar mit zwei Ständen in Essen vertreten (Kemper, Halle 6 – Dendrit, Halle 1).

Wie bewerten Sie das konjunkturelle Umfeld der SHK Essen 2020?

Maiworm: Wir erwarten auch im Jahre 2020 im Bereich der Gebäudetechnik ein weiteres Umsatzwachstum. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Jahr 2019 (~ 5 % Zuwachs) gehen wir 2020 von einer ähnlichen Größenordnung aus.

Welche Technologie- und Designtrends werden Sie den Besuchern auf Ihrem Stand präsentieren?

Maiworm: Die ganzheitliche Betrachtung von Gebäuden, eingebunden in ein komplexes Angebot von völlig neuartigen Service- und Dienstleistungskonzepten, haben hier sicherlich in Zukunft eine sehr hohe Priorität. Die Gebäudeautomation wird eine neue zentrale Rolle spielen. Inspektion, Wartung und Monitoring, eingebunden in Betriebsoptimierungskonzepte stehen sicherlich im Vordergrund. Wir sehen hier eine große Chance, in diesem neuen ganzheitlichen Systemverständnis neue Tätigkeitsfelder und Dienstleistungen zu entwickeln, zu konzipieren und anbieten zu können. Ein Beispiel hierfür ist die Neuentwicklung unseres Kaltwasserzirkulationssystem „CoolFlow“.

Diese Entwicklung ist ein weiterer Baustein des bereits sehr erfolgreichen Kemper-Trinkwasserhygienesystems KHS. Hier erreichen wir nicht nur ökologisch wertvolle Ergebnisse, sondern begleiten den Fachplaner und Betreiber entlang des gesamten Workflows. Das heißt konkret, dass wir ihn auch hier mit unserem Software-Haus Dendrit (Tochtergesellschaft) im Rahmen der Digitalisierung optimal mit aktuellster Berechnungssoftware unterstützen.

Ihre Einschätzung: Welchen Stellenwert wird künstliche Intelligenz in der Gebäudetechnik zukünftig einnehmen? Welchen Nutzen kann KI der Branche bringen?

Maiworm: Die Gebäudeautomation steht vor neuen und sicherlich sehr massiven Herausforderungen. Im Kontext der großen Transformationsprozesse, Digitalisierung und Energiewende werden sich auch die Art und Weise wie Gebäudeautomationssysteme geplant, ausgeführt und betrieben werden und in den nächsten Jahren signifikant ändern.

Bei rechtzeitiger Erkennung und Umsetzung können innovative Unternehmen völlig neue Tätigkeitsfelder und Dienstleistungen entwickeln.

Was verbinden Sie persönlich mit dem Begriff Marke und verstehen Sie sich als Markenhersteller?

Maiworm: Wir sehen uns eindeutig als Markenhersteller. Sie können dieses auch schon unserem neuen Marken-Claim „Fortschritt machen - Driving progress“ entnehmen. Wir sehen hier unseren Ansatz neben der Entwicklung intelligenter Armaturentechnik auch in der ganzheitlichen Betrachtung der Gebäudestrukturen.

Marke steht für Innovation und Entwicklung. Dieses ist mit erheblichen Kosten verbunden. Wir jedoch sehen den Ansatz Haus- und Fördermarken zu forcieren, sehr kritisch. Es besteht die Gefahr einer Stagnation für wichtige Weiterentwicklungen und Innovationen.

Was sind Ihrer Meinung nach momentan die größten Herausforderungen unserer Branche?

Maiworm: Wir sehen, wie andere auch, das Problem im Bereich des Fachhandwerks. In welchen Zeiträumen werden wir es schaffen, junge Menschen wieder für ein fantastisches Handwerk zu begeistern? Wie schnell kann hier ein gesellschaftlicher Wandel erfolgen? Weg von der „Akademisierungswelle“, hin zu modernen handwerklichen Tätigkeitsprofilen. Sonst könnte es zu immer erheblicheren Engpässen und Umsetzungsproblemen kommen. 2019 waren bereits viele Verschiebungen von Projekt- und Zeitplanungen deutlich feststellbar.

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Herr Maiworm, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen Ihnen einen erfolgreichen Messeverlauf.

 

Website: www.kemper-olpe.de

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