Hotelgesellschaften investieren massiv in China

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In naher Zukunft wollen Hilton, InterContinental und Marriott rund 1.100 neue Häuser in China eröffnen. Bei der Ausstattung ihrer Häuser setzen die Hotelgesellschaften vielfach auf Importwaren.

Hochrechnungen zufolge dürfte die Anzahl der einheimischen Touristen in China 2019 mit rund 6 Milliarden einen Rekord erreicht haben. Gegenüber 2018 ergäbe sich damit ein Wachstum von rund 9 Prozent. Das Hotelgewerbe rechnet mittelfristig mit deutlich steigenden Einnahmen.

Praktisch alle Marktteilnehmer setzen auf Expansion. Laut der Internetplattform Hospitality Net befanden sich zur Jahresmitte 2019 rund 3.000 Hotelprojekte mit fast 600.000 Zimmern in der Planungsphase. Gegenüber dem Vorjahr kommt dies einer Steigerung von 20 Prozent beziehungsweise 5 Prozent gleich. Fast drei Viertel der genannten Vorhaben befanden sich bereits im Bau. Die Nachrichtenplattform China Travel News kam auf nochmals höhere Zahlen: Sie zählte zum Ende des dritten Quartals 2019 fast 3.400 Vorhaben mit rund 630.000 Zimmern.

Hilton Worldwide erweist sich gemäß Hospitality Net als führender Investor. Der US-Konzern war Mitte 2019 mit 428 Projekten mit fast 89.000 Räumen in China aktiv. Dicht auf den Fersen folgte die InterContinental Hotels Group mit 360 Vorhaben beziehungsweise knapp 81.000 Zimmern. Marriott International lag mit 294 Häusern und ebenfalls fast 81.000 Zimmern auf Rang drei.

Regional konzentrieren sich die meisten Hotelprojekte nach Angaben von Hospitality Net auf große Metropolen jenseits der Küste. Das südliche Guangzhou - besser bekannt und auszusprechen unter seinem ehemaligen Namen Kanton - zählte 125 Vorhaben mit gut 23.000 Zimmern. Chengdu, die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Sichuan, kam auf 115 Projekte mit 24.000 Räumen.

Ausländische Hotelgesellschaften dominieren in der Volksrepublik traditionell das obere Marktsegment. Die großen Ketten betreiben oft eine ganze Reihe von unterschiedlichen Marken. Eine Ausnahme stellt die indische Oyo Group dar, die sich auf den Massenmarkt spezialisiert hat. Sie ist mit gut 270.000 Zimmern unter den internationalen Hotelgesellschaften der Markführer.
Auf chinesischer Seite gibt es drei führende Konzerne: Die Beijing Tourism Group (BTG) mit ihrer Gesellschaft Home Inn, die Shanghai Jin Jiang International Hotels Group und die Huazhu Group. Jin Jiang zählte 2018 laut Finanzbericht in China über 6.200 Gästehäuser mit mehr als 650.000 Zimmern. Huazhu betrieb Anfang 2020 gemäß Angaben auf der Firmenwebseite 3.000 Hotels. Der Konzern unterhält eine strategische Partnerschaft mit der französischen Accor-Gruppe. BTG hält sich mit Angaben zu seinem Geschäft zurück.

Die ausländischen Konzerne sind in den allermeisten Fällen lediglich die Betreiber der Hotels. Die Gebäude befinden sich im chinesischen Besitz und werden auch von lokalen Firmen gebaut. Bei der Ausstattung der Luxushäuser gibt es aber eine hohe Nachfrage nach Importprodukten. Das fängt bei der Gebäudetechnik an und geht über die Ausstattung der Bäder und Hotelküchen bis hin zu hochwertigen Einrichtungsgegenständen.

Quelle: gtai

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