Oman investiert in Meerwasserentsalzung

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Oman will in den nächsten vier Jahren die Kapazitäten der Meerwasserentsalzungsanlagen um eine Million Kubikmeter/Tag ausweiten. Projekte für 1,2 Milliarden US$ stehen vor der Vergabe

Die für die Sicherung der Trinkwasserversorgung zuständige Oman Power and Water Procurement Company (OPWP) erwartet zwischen 2018 und 2025 einen Anstieg des Spitzenverbrauchs um 70 Prozent auf 2,1 Millionen Kubikmeter/Tag. Aktuell wird Omans Trinkwasserbedarf zu über 85 Prozent durch Meerwasserentsalzung gedeckt, der Rest entfällt auf Grundwasser.

Der Bau und die Finanzierung neuer Meerwasserentsalzungsanlagen erfolgt in der Regel auf BOT- oder BOO-Basis (Build, Operate, Transfer / Build, Own, Operate). Die Betreiber/Investoren schließen mit der OPWP Wasserabnahmeverträge (Water Purchase Agreement) mit Laufzeiten von 20 Jahren.

Im Bau mit Fertigstellungstermin Ende 2020 befindet sich Salalah III (Kapazität: 114.000 Kubikmeter/Tag). Das 130-Millionen-US$-Projekt wird von der Dhofar Desalination Company betrieben. An dem Unternehmen sind die saudi-arabische Acwa Power, Frankreichs Veolia und die lokale Dhofar International Development and Investment Company beteiligt. Der Bauauftrag ging gemeinsam an Fisia Italimpianti und Abengoa (Spanien).

Ein weiteres laufendes Vorhaben in der Provinz Dhofar ist der Bau eines Trinkwassernetzes und einer Entsalzungsanlage in der Region Hasik (200 Kilometer nördlich von Salalah) für 40 Millionen US$. Das Projekt wird ohne private Investoren realisiert. Die lokale Khotoot Al Reef Service & Contracting Company hat den Bauauftrag erhalten (Fertigstellung: 2022).

Das Aseelah Projekt (Kapazität: 80.000 Kubikmeter/Tag) in der Sharqiyah-Region wurde Ende 2017 vergeben und soll 2021 fertig werden. Das Betreiberkonsortium wird gebildet aus der JGC Corporation (Japan), der lokalen United Infrastructure Development Corporation (UIDC) sowie Doosan Heavy Industries and Construction (Korea, Rep.).

Die chinesische Ningxia Water Investment Group errichtet für 65 Millionen US$ in der neuen Wirtschaftssonderzone Duqm eine Meerwasserentsalzungsanlage (50.000 Kubikmeter/Tag) und will gleichzeitig aus dem Meerwasser Bromide extrahieren. Die Fertigstellung ist Ende 2020 geplant.

Ausschreibungen für weitere Meerwasserentsalzungsanlagen

An der Vergabe von acht Projekten zur Trinkwasserproduktion wird gegenwärtig gearbeitet. Die Gesamtkapazität wird bei 1 Million Kubikmeter/Tag liegen, das Investitionsvolumen bei geschätzten 1,2 Milliarden US$. Als Developer für Ghubrah III (300.000 Kubikmeter/Tag; geplante Fertigstellung: 2023) haben sich acht Unternehmen/Konsortien präqualifiziert. Die Ausschreibung läuft, welche Firmen Angebote für das 300 Millionen US$ Projekt eingereicht haben, ist noch nicht bekannt.

Die Angebote für Barka V (100.000 Kubikmeter/Tag) liegen seit November 2019 vor. Dem Vernehmen nach soll das Projekt an Spaniens GS Inima gehen, Saudi-Arabiens ACWA Power und Frankreichs Veolia gehören ebenfalls zu den Bewerbern. Für Barka II ist mittelfristig eine Kapazitätserweiterung um 120.000 Kubikmeter/Tag vorgesehen. In der Region North Batinah ist eine weitere Meerwasserentsalzungsanlage (150.000 Kubikmeter /Tag) geplant.

Seit 2016 wird an den Planungen für Salalah IV (100.000 Kubikmeter/Tag) gearbeitet. Wesentliche Fortschritte sind aber nicht zu erkennen. Eine Fertigstellung dürfte erst nach 2025 erfolgen. Die Inbetriebnahme einer Meerwasserentsalzungsanlage in Raysut (in der Nähe von Port Salalah; 150.000 Kubikmeter/Tag) ist 2023/24 vorgesehen, das Projekt läuft unter der Bezeichnung "Dhofar Water 2023". Ein Präqualifizierungsverfahren wird 2020 erwartet.

Auf der Insel Massirah soll eine kleine Meerwasserentsalzungsanlage (10.000 Kubikmeter/Tag) errichtet werden. Die Pläne zum Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage (16.000 Kubikmeter/Tag) in der nördlichen Provinz Musandam wurden 2019 aufgegeben. GS Inima hatte 2018 bereits einen Bauauftrag erhalten. In Musandam wird der Trinkwasserbedarf überwiegend durch Grundwasser gedeckt, daneben gibt es kleine Meerwasserentsalzungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von 6.250 Kubikmeter/Tag.

Die erste größere Oberflächenwasserressource wird der Wadi Dayqah Staudamm (Großraum Maskat) sein, eine Pipeline zum Staudamm ist derzeit im Bau. Der Staudamm soll sowohl Trinkwasser als auch Wasser für die Landwirtschaft bereitstellen. Die Kapazität der geplanten 100-Millionen-US$-Trinkwasseraufbereitungsanlage (Reverse Osmosis) wird bei 100.000 Kubikmeter/Tag liegen. Derzeit läuft das Präqualifizierungsverfahren.

Quelle: gtai

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