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Interview mit Dr.-Ing. Burkhard Schmolck - Geschäftsführer der Saint Gobain PAM Deutschland zur IFAT 2018

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Saint-Gobain PAM Deutschland GmbH ist ein führender Anbieter und Hersteller von Rohrleitungssystemen und Abdeckungen aus duktilem Gusseisen. Das Unternehmen ist Teil der Saint-Gobain-Gruppe, einem der 100 größten und innovativsten Industrieunternehmen der Welt.

Wir streben eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden an. Dies sind insbesondere die Eigentümer und Betreiber von Infrastruktur, Bauunternehmen, Händler und Ingenieurbüros. Mit innovativen Produkten und nachhaltigen, ressourcenschonenden Prozessen tragen wir zur Optimierung von Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit der Systeme über den ganzen Produktlebenszyklus bei.

Saint-Gobain PAM Deutschland konzentriert sich auf die Markt- und Kundenbedürfnisse in den Anwendungen Trinkwassertransport, Trinkwasserverteilung, Abwasserentsorgung, Regenwasserableitung sowie industrielle Wasser- und Infrastrukturnutzung. Das Produktportfolio umfasst Rohre, Formstücke und Armaturen für alle Einsatzbereiche in Rohleitungssystemen. Darüber hinaus bieten wir Kanalgussprodukte wie Schachtabdeckungen, Aufsätze für Straßeneinläufe und Industrieabdeckungen.  Vielfältige Produkte für Sonderanwendungen und auf den Bedarf zugeschnittene Lösungen, z.B. Feuerlöschleitungen, Systeme für Beschneiungsanlagen oder Rohre mit Leckageortungsfunktion, sowie zugehörige Dienstleistungen machen Saint-Gobain PAM Deutschland zu einem Komplettanbieter für duktile Gussrohrsysteme. Saint-Gobain PAM kombiniert Erfahrung, Kompetenz, Nachhaltigkeit und Innovation mit klarer Kundenorientierung.

Wie bewerten Sie das konjunkturelle Umfeld der IFAT 2018?

Dr. Burkhard Schmolck: Die Baubranche in Deutschland erlebt aktuell einen starken Aufschwung: Mit einem Umsatz von 114 Milliarden Euro setzte die Branche 2017 ein Wachstum von sechs Prozent zum Vorjahr um. Dieser Aufwärtstrend setzt sich voraussichtlich auch 2018 fort. Davon profitieren vor allem der Wohnungs- und Wirtschaftsbau sowie der Öffentliche Bau, während der Tiefbausektor von dieser Entwicklung eher abgekoppelt ist. In diesem Umfeld ist es umso wichtiger, mit innovativen und bedarfsgerechten Lösungen Vorteile für den Kunden zu realisieren und aufzuzeigen sowie neue Märkte zu erschließen. Neben unserem klassischen Produktsortiment bieten wir deshalb unseren Kunden auch erweiterte Dienstleitungen an. Dazu gehören verschiedene Services rund um das Thema Asset Management. So unterstützen wir bei der Bewertung der mit hohen Investitionen erstellten Leitungssysteme.  Darüber hinaus erwarten wir, dass die Nutzung regenerativer Energien immer wichtiger werden wird. Mit der Mikroturbine PAM PERGA wie auch dem PAM Doppelrohr-Wärmetauscher stehen zwei neue und praxisgerechte Lösungen zur umweltfreundlichen Energiegewinnung zur Verfügung.

Welche Erwartungen haben Sie an die IFAT 2018?

Dr. Schmolck: Die IFAT hat sich in den letzten Jahren als Weltleitmesse etabliert. Die steigenden Besucherzahlen zeigen den Erfolg ihres Konzeptes – und wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. So erwarten wir eine erfolgreiche Messewoche mit der Information über Innovationen sowie zahlreichen, vielseitigen und internationalen Kundenkontakten zum Austausch und Networking.

Was steht für Ihr Unternehmen im Vordergrund auf der IFAT?

Dr. Schmolck: Die IFAT als Weltleitmesse für Umwelttechnologie bietet die perfekte Plattform, unsere Produkte und innovativen Lösungen dem internationalen Publikum zu präsentieren. Darüber hinaus ist die IFAT eine herausragende Plattform für den Dialog mit den interessierten Fachbesuchern, unseren Kunden. An unserem großzügig gestalteten Messestand am neuen Standort in Halle B2 bieten wir den Besuchern die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Informationsaustausch zu neuen Produkten, innovativen Verfahren und Branchentrends. 

Welche Produktlösungen werden Sie den Besuchern auf Ihrem Stand präsentieren?

Dr. Schmolck: In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf unseren wirtschaftlichen und leistungsstarken Lösungen zur umweltschonenden Energiegewinnung aus der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur. Besondere Akzente setzen die Mikroturbine PAM PERGA zur Stromerzeugung aus dem Wasserversorgungsnetz sowie unser Wärmetauscher aus duktilem Gusseisen zur Wärmegewinnung aus Schmutzwassersystemen. Die Mikroturbine PAM PERGA nutzt überschüssige Strömungsenergie in Leitungen, die bisher in vielen Leitungsbereichen nicht genutzt werden konnte. Der PAM Doppelrohr-Wärmetauscher entnimmt dem Abwasser überschüssige Wärme und stellt sie für die energetische Nutzung zur Verfügung.

Auf unserer Aktionsfläche finden ganztägig praktische Vorführungen zu den Themen Einbautechnik und Wartung statt. Neben innovativen Produktlösungen präsentieren wir unserer erweitertes Dienstleistungsangebot. Es umfasst Planungsleistungen, die Wartung von Armaturen, die Unterstützung beim Asset Management sowie Weiterbildungsangebote wie Seminare und Workshops.

Was sind Ihrer Meinung nach momentan die größten Herausforderungen der Branche? 

Dr. Schmolck: Investitionen in die unterirdische Infrastruktur wie die Rehabilitation von Versorgungsnetzen der Wasser- und Abwasserwirtschaft sind in Deutschland seit Jahren rückläufig: Das Wasser kommt ja in hervorragender Qualität aus dem Wasserhahn und wird zu nahezu 100% nach der Nutzung wieder aufbereitet. Damit dieser weltweit herausragende Standard aber langfristig und nachhaltig gesichert werden kann, sind mehr Investitionen erforderlich. Gleichzeitig erlauben Investitionen auch Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit im Betrieb.

Insbesondere in den Bereichen Planung und Bau fehlen Fachkräfte. Das Betätigungsfeld ist interessant. Um zukünftige Mitarbeiter zu gewinnen, müssen wir Themen wie Umwelt, Hygiene, Nachhaltigkeit und Lebensqualität noch deutlicher in den Vordergrund rücken. 
Die Kosten für Rohstoffe und Energie steigen seit 18 Monaten sehr stark. Diese Kostenerhöhungen können die Hersteller nicht länger allein tragen, sondern wir müssen sie in stärkerem Masse an unsere Kunden weitergeben.   

Welche Rolle spielt Industrie 4.0 als Innovationstreiber für die Armaturenindustrie?

Dr. Schmolck: Industrie 4.0 ist ein Treiber, um leistungsfähigere Lösungen zu entwickeln und zu realisieren. Bisher werden erst wenige Anwendungen in der Praxis eingesetzt. Aber es gibt vielversprechende Ideen und Konzepte, wie das Internet der Dinge zukünftig Qualität, Umweltfreundlichkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Netzwerke verbessern kann. Wir gehören zu den aktiven Gestaltern dieser Zukunft und haben erste Bausteine bereits in unserer Fertigung integriert. 


Herr Dr. Schmolck, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen Ihnen einen erfolgreichen Messeverlauf.

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SAINT-GOBAIN auf der IFAT 2018      Halle B2.451/550

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