"Klimaschutz soll da stattfinden, wo er sich am meisten lohnt."

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Christoph Schmidt, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Angesichts eines fehlenden ordnungspolitisch sauberen Konzeptes für einen marktwirtschaftlich organisierten Klimaschutz muss allerdings daran erinnert werden: 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland sind immer noch darauf zurückzuführen, dass Menschen ihre Wohnungen heizen und warmes Wasser verbrauchen.

Immobilien sind also der Schlüssel für besseren Klimaschutz. Fast zwei Drittel der 19 Millionen Gebäude wurden vor Ende der Siebzigerjahre gebaut, vor der ersten Wärmeschutzverordnung - und sind nicht oder zu wenig gedämmt bzw. mit alter Heizungstechnik ausgerüstet. Beim Neubau sind die Standards über Jahre gestiegen. Da aber wenig neu gebaut wird, ist der Effekt auf die CO2-Emissionen gering.

Vor diesem Hintergrund verwundert es, dass deutsche Energiepolitik die Modernisierung von Gebäuden nach wie vor stiefmütterlich bis gar nicht behandelt. Die Reihe der aktuellen Fehlanzeigen spricht Bände: Umsetzung der Uralt-Idee einer steuerlichen Begünstigung von Modernisierungs-maßnahmen: Fehlanzeige. Einrichtung einer Gebäudekommission zur Entwicklung von Vorschlägen zur CO2-Reduktion: Fehlanzeige. Ein wegweisendes Gebäudeenergiegesetz: Fehlanzeige.

Stellen wir uns also darauf ein, dass nach dem Klimaschutzziel 2020 auch die Klimaagenda 2030 nur ein Papiertiger bleibt?