Perspektiven für den Immobilienmarkt trotz Corona positiv

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Kurzfristige Ausbremsung durch Corona-Krise befürchtet. Die Deutsche Bank sieht den Markt aufgrund des hohen Bedarfs bis 2022 aber grundsätzlich weiter im Aufwind. Ein größerer Einbruch wird erst später erwartet.

In der aktuellen Analyse der Deutschen Bank „Ausblick auf den deutschen Immobilienmarkt 2020“ werden aktuelle Einflussfaktoren und Trends am Immobilienmarkt heute und in den kommenden Jahren in den Fokus genommen. Aktuell überlagert die Corona-Krise alle wesentlichen Themen der Immobilienbranche.

Derzeit rechnet die Deutsche Bank mit einem starken Konjunktureinbruch im ersten Halbjahr um rund 12 Prozent und im Anschluss mit einer kräftigen Wiederbelebung der Konjunktur. Kurzfristig dürfte die Pandemie den Immobilienmarkt ausbremsen. Mittelfristig werden aber die zu erwartende Flucht in Sicherheit und eine höhere Zuwanderung wieder positive Impulse setzen.
Bis 2022 wird erwartet, dass die grundsätzlich positive Entwicklung der Baubranche weiter anhält und die Hauspreise auf dem hohen Niveau verbleiben. Das bundesweite Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besteht weiterhin. Nach der Überwindung des Kontaktverbot dürfte der Wohnungsmarkt im zweiten Halbjahr erneut kreditgetriebene Preisimpulse erfahren.

Im Corona-Jahr 2020 wird die Zahl der fertig gestellten Wohnungen voraussichtlich kräftig einbrechen. Aufgrund von Lieferengpässen bei Baumaterial und vor allem des Mangels an einsetzbaren Fach- und Hilfskräften am Bau rechnet die Deutsche Bank mit einem Rückgang der fertiggestellten Wohnungen um 10 Prozent auf 260.000 Einheiten. In den Folgejahren dürfte nur ein geringer Teil nachgeholt werden und die Zahl erst allmählich auf 300.000 steigen.

Die Corona-Krise wird die Wohnungsnachfrage um deutlich mehr als die erwarteten 10 Prozent des Wohnungsangebots einbrechen lassen. Die Job- und Existenzsicherung sowie die Gehaltseinbußen für die vielen Millionen Kurzarbeiter dürften hier temporär einen kräftigen Dämpfer bewirken. Erfolgt hier die erwartete schnelle wirtschaftliche Erholung, dürfte sich die Nachfrage allerdings schon 2021 kräftig wiederbeleben. Selbst bei einem Nachlassen der Wohnungsnachfrage werden der Abbau des Baustaus und die bisher unbefriedigte Nachfrage den Markt noch stützen. Neben dem Fachkräftemangel bleibt allerdings der Mangel an Bauland ein Haupthindernis für den Neubau von Wohnungen.

Langfristig - aber nach Einschätzung der Deutschen Bank frühestens 2020 – könnte eine einsetzende wirtschaftliche Schwächephase den deutschen Wohnungsmarkt doch noch nachhaltig treffen. Ein geringeres Wirtschaftswachstum würde gemeinsam mit einer deutlichen Verschlechterung des Arbeitsmarktes, einer Nettoabwanderung sowie einer demografisch-bedingten rückläufigen Wohnungsnachfrage zu einem mehrjährigen Rückgang der Baukonjunktur führen. Ähnliches ist in einigen europäischen Ländern im Nachgang zur Finanzkrise 2007 bzw. 2008 geschehen.

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