Weltweite Ölnachfrage stark gesunken

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Es wird erwartet, dass die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2020 um rekordverdächtige 9,3 mb/d niedriger sein wird als im Vorjahr. Gründe liegen dafür hauptsächlich in den Eindämmungsmaßnahmen von mehr als 180 Ländern. Die globale Mobilität stand auf dem Höhepunkt der Corona-Krise nahezu still.

Hoffnung auf Erholung in der zweiten Jahreshälfte

Die International Energy Agency (IEA) geht von einer allmählichen Erholung in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 aus. Die großen Volkswirtschaften verlassen schrittweise den Lockdown und Maßnahmen zur konjunkturellen Belebung greifen, damit steigen die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder. Die Experten der IEA gehen aber davon aus, dass das Vorkrisenniveau nicht vor Ende des Jahres 2020 erreicht werden kann. 

Zukunftsszenarien für die Ölpreisentwicklung

Ein mögliches Szenario wäre, dass der Ölverbrauch von Personenkraftwagen Ende der 2020er Jahre seinen Höhepunkt erreicht. In den Jahren ab 2030 steigt dann die Öl-Nachfrage jährlich nur um durchschnittlich 0,1 mb/d.  

Es gibt momentan aber noch keine Aussage zu einem endgültigen Höchststand des Ölverbrauchs insgesamt. Die Petrochemie, die Lastkraftwagen sowie der Schiffs- und Luftfahrtsektor werden eher weiter zunehmen und diese Entwicklung wirkt sich maßgeblich auf die Öl-Nachfrage aus. Im Gegensatz dazu führt in einem anderen Szenario, das auf Nachhaltigkeit setzt, entschlossene politische Interventionen innerhalb der nächsten Jahre zu einem Plateau der weltweiten Ölnachfrage.

In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sinkt die Nachfrage zwischen 2018 und 2040 um mehr als 50% und in den Entwicklungsländern immerhin um 10%.

Nachhaltiges Szenario setzt auf Eindämmung von Methanemissionen aus Öl und Gas
 
Methanemissionen sind heute einen der größten Ursachen für die globale Erwärmung. Die IEA schätzt, dass 2019 der Öl- und Gassektor 82 Mt (etwa 2,5 GtCO2-Äq.) emittiert hat. 

Während Methan tendenziell medial weniger Beachtung findet als CO2, wird die Reduzierung der Methanemissionen von entscheidender Bedeutung sein, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden. Die Emissionen sind trotz anfänglicher Initiativen der Industrie und Politik nach wie vor hoch.

Politische Maßnahmen werden entscheidend sein, um die in diesem Szenario aufgezeigte Emissionsreduzierung von 75% bis 2030 zu erreichen. Darüber hinaus sind Investitionen in Forschung & Entwicklung notwendig, um das Emissionsniveau besser zu verstehen und die Lecksuche und -reparatur konsistenter zu gestalten.

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